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Alle Nüchtrovertierten Gedanken
Nüchtern seit
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Clean seit
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- Gespart
- Getränke nicht getrunken
- Kalorien gespart
- Gramm nicht konsumiert
Berechnet aus deinen Angaben. Ein Standardgetränk hat 10 g Reinalkohol, das sind etwa 70 kcal allein aus dem Alkohol.
Berechnet aus deinen Angaben zu Gramm pro Woche und Preis pro Gramm.
Hör dann nicht allein und nicht abrupt auf. Ein Entzug kann gefährlich werden. Sprich vorher mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Suchtberatung. Mehr dazu unter Hilfe.
Der Entzug ist meist unangenehm, aber nicht gefährlich. Schlafprobleme, Gereiztheit und Unruhe sind normal und klingen nach einigen Wochen ab. Bei Panik, starker Angst, Verfolgungsgefühlen oder wenn du Stimmen hörst, hol dir sofort ärztliche Hilfe. Mehr unter Hilfe.
Rückfall passiert
Ein Rückfall ist kein Scheitern. Du startest neu, dein Rekord bleibt gespeichert.
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Was dir jetzt helfen kann:
Dein Rekord bleibt gespeichert, und der Eintrag steht in deinem Tagebuch. Wenn du vorher viel und regelmäßig getrunken hast, hör nicht abrupt auf, sondern sprich vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt.
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Dein Weg
Das sind allgemeine Richtwerte. Jeder Körper reagiert anders, und es ersetzt keine ärztliche Beratung.
Alkohol
Cannabis
Gerade Lust auf Alkohol?
Verlangen kommt wie eine Welle. Es steigt, erreicht einen Höhepunkt und geht vorbei, oft schon nach einigen Minuten. Du musst nur die Welle abwarten.
Überstandene Wellen bisher: 0
Einatmen
10:00
Vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen.
Mein Brief an mich
Schreib dir einen Brief für die Momente, in denen es schwer wird. Warum du aufhörst, an wen du denkst, wie es sich ganz unten angefühlt hat. Oder schreib einen Brief ab, den dir ein Mensch geschrieben hat, der dir wichtig ist. Er bleibt nur auf deinem Gerät.
„Wenn ich mit meiner Entscheidung gehadert habe, habe ich den Brief meiner Tochter wieder gelesen, und das Verlangen war weg.“Jenny, Über mich
Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst, tipp einen Anfang an:
Was jetzt hilft
- Trink langsam ein großes Glas Wasser.
- Verlass den Ort und geh zehn Minuten vor die Tür.
- Schreib oder ruf jemanden an, dem du vertraust.
- Iss etwas. Hunger und Müdigkeit verstärken das Verlangen.
- Lies deinen Grund laut vor oder lies deinen Brief.
- Warte ab. Das Verlangen vergeht auch, wenn du nichts tust.
Gut durch Advent, Weihnachten und Silvester
Die Wochen zwischen Weihnachtsmarkt und Silvester sind für viele die schwerste Zeit des Jahres. Überall wird angestoßen, und die Familie bringt alte Muster mit. Mit einem Plan wird es leichter.
Sätze zum Ablehnen
- „Nein danke.“ Das reicht. Du schuldest niemandem eine Erklärung.
- „Ich trinke nicht.“ Kurz, freundlich, und dann das Thema wechseln.
- „Ich fahre heute.“ Und dann fährst du wirklich, so hast du deinen eigenen Weg nach Hause.
- „Ich hab schon was.“ Am besten mit deinem eigenen Glas in der Hand.
- „Mir geht’s so viel besser ohne.“ Ehrlich und schwer zu widerlegen.
- „Lass mal, ich bin raus.“ Wenn der Joint die Runde macht.
Dein Plan für Familienfeiern
- Eigene Getränke mitbringen: Dann musst du nicht nehmen, was da ist.
- Selbst entscheiden, wann du gehst: Mit eigenem Auto oder eigener Fahrkarte bist du unabhängig.
- Eine Verbündete einweihen: Eine Person, die Bescheid weiß und dir zur Seite steht.
- Einen Satz für den Abschied bereithalten: „Ich muss morgen früh raus.“ Mehr braucht es nicht.
- Kurze Pausen: Ein paar Minuten an der frischen Luft helfen, wenn alte Konflikte hochkommen.
- Danach: Belohn dich für einen geschafften Abend.
Weihnachtsmarkt und Weihnachtsfeier
- Satt hingehen: Hunger macht Verlangen stärker.
- Kinderpunsch ist erlaubt: Heiß, süß, mit Zimt, und niemand fragt nach.
- Achtung bei „alkoholfrei“: Alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein oder Glühwein dürfen bis zu 0,5 Prozent Alkohol enthalten. Geschmack und Ritual können Verlangen wecken. Entscheide ehrlich, ob dir das guttut.
- Früh gehen: Bevor die Stimmung kippt. Leg dir vorher eine Uhrzeit fest.
Wenn bei Freunden gekifft wird
- Vorher Bescheid sagen: Wer weiß, dass du aufgehört hast, bietet dir seltener etwas an.
- Neue Orte: Trefft euch, wo nicht gekifft wird, zum Beispiel zum Essen, Spazieren oder im Kino.
- Silvester ohne Joint: Plane, was du um Mitternacht stattdessen tust, und mit wem.
Silvester
- Ein schönes Glas um Mitternacht: Anstoßen geht auch mit etwas ohne Alkohol, siehe die Rezepte.
- Ein Rückblick nur für dich: Schreib auf, was du dieses Jahr geschafft hast. Vielleicht wird ein neuer Brief an dich daraus.
- Der Neujahrsmorgen gehört dir: Klar aufwachen, rausgehen, das erste Licht des Jahres sehen.
Wenn es emotional wird
- Einsamkeit, Trauer, alte Wunden: Feiertage machen vieles lauter. Das ist normal und geht vorbei.
- Die Telefonseelsorge ist auch an Weihnachten und Silvester rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111.
- Dein Brief und die Atemübung sind oben auf dieser Seite, für genau solche Momente.
Drei Rezepte ohne Alkohol
Winterpunsch
500 ml Hagebutten- oder Früchtetee, 250 ml Apfelsaft, 250 ml roter Traubensaft, Saft einer Orange, 1 Zimtstange, 2 Nelken, 1 Sternanis. Alles erhitzen, aber nicht kochen lassen, zehn Minuten ziehen lassen und mit Orangenscheiben servieren.
Heller Ingwerpunsch
500 ml naturtrüber Apfelsaft, 250 ml Rooibostee, Saft einer halben Zitrone, ein daumengroßes Stück Ingwer in Scheiben, 1 Zimtstange, etwas Vanille und Honig nach Geschmack. Erhitzen, kurz ziehen lassen, Ingwer herausnehmen.
Silvester-Spritz
Im Sektglas: 50 ml Granatapfel- oder Cranberrysaft, mit 100 ml Ginger Ale oder Tonic auffüllen, ein Spritzer Limette, Eis und ein Rosmarinzweig. Sieht festlich aus und schmeckt nach mehr.
Ausblick: Dry January
- Für viele beginnt im Januar ein Monat ohne Alkohol. Für dich ist das vielleicht schon Alltag, für andere der erste Schritt.
- Nimm jemanden mit: Lade eine Freundin ein, den Januar mit dir nüchtern zu verbringen. Zusammen fällt es leichter, und vielleicht bleibt sie dabei.
Tagebuch
Dein Verlauf
Als Tabelle anzeigen
| Tag | Verlangen | Stimmung | Rückfall |
|---|
Frühere Einträge
Gruppe
Gemeinsam ist es leichter. Hier seht ihr, wie viele Tage jede Person nüchtern ist, feuert euch gegenseitig an und macht Challenges zusammen.
Verbinde mit der Gruppe …
Mitglieder
Challenges
Psychologie
Erkenntnisse aus der Forschung. Sie erklären, warum Aufhören so schwer ist und warum du trotzdem vorankommst.
Dopamin
Dein Gehirn hat gelernt, Alkohol mit Belohnung zu verbinden
Alkohol setzt im Gehirn Dopamin frei und aktiviert das Belohnungssystem. Das Gehirn speichert diese Verbindung als Lernprozess. Deshalb reicht später oft ein kleiner Anstoß, etwa Stress oder eine Feier, und das Verlangen ist da. Diese Spuren sind stabil und bilden sich nur langsam zurück.
Für dich: Starkes Verlangen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein gelerntes Muster. Muster lassen sich mit der Zeit abschwächen.
6 Min
Ein Verlangen dauert im Schnitt nur wenige Minuten
Nach Angaben von Alcohol Change UK hält ein durchschnittliches Verlangen etwa sechs Minuten an. Es baut sich wie eine Welle auf, erreicht einen Höhepunkt und klingt wieder ab. Beim Urge Surfing beobachtest du das Verlangen als Körpergefühl, statt dagegen anzukämpfen. Auch ein festes Ersatzritual hilft, zum Beispiel ein besonderes alkoholfreies Getränk.
Für dich: Nutze die Atemübung im Tab Verlangen und warte die Welle ab.
Auslöser
Wie du einen Ausrutscher bewertest, entscheidet mit
Rückfälle kommen auch nach erfolgreicher Therapie häufig vor. Typische Auslöser sind Einsamkeit, negative Gefühle, belastende Ereignisse wie Beziehungskrisen oder Geldsorgen sowie Orte, Menschen und Stimmungen, die du mit dem Trinken verbindest. Wichtig ist, wie du den Fehltritt verarbeitest. Wer ihn als einzelnen Vorfall sieht und daraus lernt, senkt das Risiko für einen vollständigen Rückfall. Wer sich als Versager abstempelt, verstärkt es.
Für dich: Trag Auslöser im Tagebuch ein und gib dir nach einem Ausrutscher Verständnis statt Vorwürfe.
Quelle: therapie.de, Risiko Rückfall
7,3 Monate
Das Gehirn erholt sich, am schnellsten im ersten Monat
In einer Studie wurde bei Menschen mit Alkoholabhängigkeit die Hirnrinde per MRT nach etwa einer Woche, einem Monat und 7,3 Monaten ohne Alkohol gemessen. Von 88 Teilnehmenden schlossen 40 alle Messungen ab. Nach 7,3 Monaten hatte sich die Dicke der Hirnrinde in 25 von 34 Regionen deutlich erholt, am stärksten im ersten Monat. Die Gruppe war klein, und die Studie sagt nicht, ob sich dadurch auch das Denken im Alltag verbessert hat.
Für dich: Die ersten Wochen sind besonders wichtig. Jeder Tag ohne Alkohol gibt dem Gehirn Zeit zur Erholung.
Quelle: ScienceAlert über die MRT-Studie
70 %
Die meisten holen sich keine Hilfe, oft aus Scham
Die Studie PRAGMA zeigt: Nur etwa 30 Prozent der Menschen mit einer Alkoholdiagnose nahmen innerhalb von zwei Jahren überhaupt ein alkoholbezogenes Behandlungsangebot in Anspruch, und die meisten von ihnen hatten nur wenige Kontakte. Als Hürden werden Scham, Angst vor Folgen, fehlendes Wissen über Angebote und Schwierigkeiten im Hilfesystem genannt.
Für dich: Hilfe zu suchen ist normal und kein Scheitern. Im Tab Hilfe findest du Anlaufstellen.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Alkoholabhängige ohne Suchtbehandlung
47 %
Fast jede zweite Person spürt beim Aufhören Entzug
Eine Auswertung von 47 Studien mit über 23.000 Teilnehmenden aus dem Jahr 2020 zeigt: Rund 47 Prozent der Menschen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, bekommen beim Aufhören ein Entzugssyndrom. Bei täglichem Konsum und bei Menschen, die zusätzlich Tabak rauchen, ist es noch häufiger.
Für dich: Schlafprobleme, Gereiztheit und Unruhe sind kein Zeichen, dass du es nicht schaffst. Sie zeigen, dass dein Körper sich umstellt.
Quelle: PsyPost über die Meta-Analyse von Bahji und Kollegen
Tag 10
Der Entzug hat einen Verlauf, und er geht vorbei
Eine Studie hat die Beschwerden Tag für Tag verfolgt. Schlafprobleme waren gleich am Anfang am stärksten, Appetitlosigkeit und Nervosität in den ersten Tagen. Gereiztheit und lebhafte Träume kamen später und erreichten ihren Höhepunkt um den elften bis vierzehnten Tag. Insgesamt waren die Beschwerden um den zehnten Tag am stärksten und klangen meist innerhalb eines Monats ab. Untersucht wurden Menschen, die auch andere Substanzen konsumierten.
Für dich: Wenn es in der zweiten Woche noch einmal schwerer wird, ist das normal. Danach wird es leichter.
1 von 8
Abhängigkeit ist häufiger, als viele denken
Etwa eine von acht Personen, die Cannabis konsumieren, wird abhängig, das sind rund 12,5 Prozent. Bei täglichem Konsum steigt das Risiko auf 25 bis 50 Prozent. Wer schon im Jugendalter anfängt, ist besonders gefährdet.
Für dich: Abhängigkeit ist keine Charakterschwäche. Sie entsteht durch Gewöhnung, und sie lässt sich überwinden.
1 Woche
Das Gedächtnis erholt sich schnell
In einer Studie mit 88 jungen Menschen zwischen 16 und 25, die mindestens einmal pro Woche kifften, hörte ein Teil für 30 Tage auf. Bei ihnen verbesserte sich die Fähigkeit, Neues zu lernen und abzurufen, vor allem schon in der ersten Woche. Bei denen, die weiter konsumierten, blieb die Verbesserung aus.
Für dich: Ein klarerer Kopf ist eine der ersten Belohnungen. Achte darauf, wann du ihn bemerkst.
In eigenen Worten zusammengefasst, die Quellen sind verlinkt. Das ersetzt keine ärztliche oder psychologische Beratung.
Verstehen
Körperlich, psychisch oder beides?
Abhängigkeit hat zwei Seiten. Die körperliche zeigt sich, wenn der Stoff fehlt. Die psychische zeigt sich im Kopf, und oft noch lange danach. Meistens gehören beide zusammen und verstärken sich gegenseitig.
Körperliche Abhängigkeit
- Der Körper stellt sich um: Nach längerem, regelmäßigem Konsum braucht er den Stoff, um „normal“ zu funktionieren.
- Toleranz: Die gleiche Menge wirkt schwächer, also wird es immer mehr.
- Entzug bei Alkohol: Zittern, Schwitzen, Unruhe, Übelkeit, Herzrasen und Schlafprobleme. Im schlimmsten Fall Krampfanfälle oder ein Delir. Deshalb gehört ein Alkoholentzug nach langem, starkem Trinken in ärztliche Begleitung.
- Entzug bei Cannabis: Deutlich milder: Schlafprobleme, sehr lebhafte Träume, Gereiztheit, Schwitzen und wenig Appetit. Unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich.
- Dauer: Die körperlichen Entzugszeichen sind meist nach Tagen bis wenigen Wochen überstanden.
Psychische Abhängigkeit
- Craving: Ein starkes, manchmal überwältigendes Verlangen. Die Gedanken kreisen darum, wann, wo und wie viel.
- Ein Werkzeug für Gefühle: Der Konsum wird zur Antwort auf Stress, Einsamkeit, Langeweile, Trauer oder auch Freude.
- Ohne geht es nicht: Die Angst, Abende, Feiern oder schwierige Tage nicht ohne zu überstehen. Ohne fühlt sich das Leben leer, unruhig oder unerträglich an.
- Das Suchtgedächtnis: Das Gehirn hat gelernt, dass der Stoff belohnt. Orte, Uhrzeiten, Menschen oder Gefühle können das Verlangen auch nach Jahren wieder wecken.
- Dauer: Die psychische Seite hält meist viel länger an als die körperliche und ist schwerer zu behandeln.
- Bei Cannabis steht vor allem diese psychische Seite im Vordergrund.
Wenn beides zusammenkommt
- Der Teufelskreis: Irgendwann geht es nicht mehr um die Wirkung, sondern darum, dass es ohne nicht auszuhalten ist. Der Körper meldet Entzug, und der Kopf sagt: Nur so wird es besser.
- Spiegeltrinken: Viele trinken über den Tag verteilt, um einen bestimmten Pegel zu halten und Entzugszeichen zu vermeiden. Typisch ist auch das erste Glas am Morgen gegen das Zittern.
- Alles dreht sich darum: Vorräte anlegen, verstecken, heimlich konsumieren, Mengen kleinreden, Termine danach planen. Hobbys, Freundschaften und Pflichten treten in den Hintergrund.
- Weitermachen trotz Folgen: Obwohl Gesundheit, Familie oder Arbeit schon leiden. Scham und Schuld treiben den Konsum oft noch an.
- Nach dem Entzug: Der Körper ist meist schnell durch. Die Psyche braucht Zeit, neue Wege und oft Unterstützung durch Beratung, Therapie oder Selbsthilfe. Ein Rückfall nach Monaten ist deshalb kein Zeichen von Schwäche, sondern vom Suchtgedächtnis.
Kurzer Selbstcheck
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt sechs Merkmale einer Abhängigkeit. Treffen drei oder mehr davon innerhalb eines Jahres gleichzeitig zu, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer Abhängigkeit. Denk an die letzten zwölf Monate. Deine Antworten werden nicht gespeichert.
Der Check ersetzt keine Diagnose. Seit 2022 gibt es mit der ICD-11 eine neue Fassung mit drei Hauptmerkmalen: Kontrollverlust, zunehmender Vorrang des Konsums und körperliche Anpassung wie Toleranz und Entzug. Dort genügen zwei davon.
Die gute Nachricht
- Beide Seiten sind behandelbar: Der Körper erholt sich oft schneller, als man denkt.
- Das Gehirn lernt um: Jeder Abend, an dem du einen Auslöser ohne Konsum überstehst, schwächt die alte Spur und stärkt eine neue.
- Reden und Reflektieren hilft: „Ich habe Situationen und Erlebnisse immer wieder durchgespielt, reflektiert und so verarbeitet“, sagt Jenny. Genau das ist Arbeit an der psychischen Seite.
- Du musst das nicht allein schaffen: Eine Suchtberatung hilft bei beidem, kostenlos und vertraulich. Mehr unter Hilfe.
Was es mit Körper und Psyche macht
Ehrlich, aber ohne Panikmache. Nicht alles trifft jeden, und vieles hängt davon ab, wie viel und wie lange konsumiert wurde. Die gute Nachricht steht jeweils am Ende: Vieles kann sich erholen.
Zum Schwerpunkt FASD: Alkohol in der SchwangerschaftAlkohol
Körper
- Reaktion und Gleichgewicht: Schon kleine Mengen verlangsamen Reaktion und Koordination. Stürze und Unfälle werden wahrscheinlicher. Verletzungen sind weltweit die häufigste alkoholbedingte Todesursache.
- Kater: Kopfschmerzen, Übelkeit, Durst und Erschöpfung am Tag danach.
- Schlechter Schlaf: Alkohol macht müde, stört aber den erholsamen Schlaf in der zweiten Nachthälfte. Man wacht oft unausgeruht auf.
- Alkoholvergiftung: Viel Alkohol in kurzer Zeit kann lebensgefährlich werden: Erbrechen, Bewusstlosigkeit, gestörte Atmung. Dann sofort 112.
Psyche
- Enthemmung: Das Urteilsvermögen sinkt. Man sagt und tut Dinge, die man nüchtern nicht tun würde, Streit und Aggression werden wahrscheinlicher.
- Filmriss: Bei viel Alkohol speichert das Gehirn keine neuen Erinnerungen mehr.
- Angst am Tag danach: Unruhe, Schuldgefühle und gedrückte Stimmung nach dem Trinken sind häufig.
- Kippende Stimmung: Erst fühlt man sich gelöst, später oft traurig, gereizt oder leer.
Körper
- Leber: Fettleber, Leberentzündung und schließlich Leberzirrhose, bei der das Gewebe dauerhaft vernarbt.
- Krebs: Alkohol gilt als krebserregend in der höchsten Stufe. Er verursacht mindestens sieben Krebsarten, darunter Darm- und Brustkrebs. Laut WHO gibt es keine Menge, die für die Gesundheit sicher ist.
- Herz und Kreislauf: Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche und Herzrhythmusstörungen. In einer Hamburger Studie mit rund 100.000 Menschen hing schon ein kleines Getränk am Tag mit 16 Prozent höherem Risiko für Vorhofflimmern zusammen.
- Bauchspeicheldrüse und Magen: Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und der Magenschleimhaut.
- Nerven und Gehirn: Nervenschäden in Füßen und Beinen, nachlassendes Gedächtnis und Konzentration, im schlimmsten Fall das Wernicke-Korsakow-Syndrom.
- Muskeln und Sexualität: Muskelabbau, weniger Lust und Probleme mit der Potenz.
- Schwangerschaft: Alkohol kann dem ungeborenen Kind bleibend schaden. Es gibt keine sichere Menge. Mehr dazu im Schwerpunkt FASD.
Psyche
- Abhängigkeit: Aus Gewohnheit wird Kontrollverlust: Man trinkt mehr und öfter als geplant und kommt allein schwer heraus.
- Depression und Angst: Stimmungsschwankungen, Angstzustände und Depressionen nehmen zu. In schweren Fällen steigt die Gefahr von Suizidgedanken.
- Demenz: In einer großen Studie aus Frankreich hingen 57 Prozent der Demenzfälle vor dem 65. Lebensjahr mit chronisch starkem Trinken zusammen.
- Denken und Beziehungen: Kritik- und Urteilsfähigkeit lassen nach. Rückzug, Konflikte und Vertrauensverlust belasten Partnerschaft, Familie und Freundschaften.
Was sich erholen kann, wenn du aufhörst
- Leber: Leberfett kann sich schon nach wenigen Wochen ohne Alkohol deutlich zurückbilden.
- Gehirn: Die Hirnrinde erholt sich in den ersten Monaten messbar, am stärksten im ersten Monat.
- Herz und Schlaf: Der Blutdruck sinkt oft, und der Schlaf wird ruhiger und erholsamer.
Schwerpunkt
FASD: Wenn ein Kind mittrinkt
Alkohol gelangt über die Plazenta ungebremst zum ungeborenen Kind. Nach kurzer Zeit hat es etwa so viel Alkohol im Blut wie die Mutter, kann ihn aber kaum abbauen. Das kann Gehirn und Körper bleibend schädigen. Die Folgen heißen FASD, Fetale Alkoholspektrumstörungen. Sie sind lebenslang, aber zu hundert Prozent vermeidbar.
Ich bin Erzieherin und habe mit Kindern mit FASD gearbeitet. Das war ganz harte Kost für mich, gerade weil es sich hätte verhindern lassen. Ich selbst habe viele Jahre getrunken. Umso dankbarer bin ich, dass ich zumindest vor und während meiner zwei Schwangerschaften keinen Alkohol getrunken habe und meine Töchter gesund sind. Deshalb liegt mir dieses Thema so am Herzen.
Genaue Zahlen gibt es nicht, weil FASD oft nicht erkannt wird. Laut einer Krankenkassen-Auswertung hatten 2015 nur 0,07 Prozent der Kinder eine FASD-Diagnose, also viel weniger als geschätzt.
Das Spektrum
- FAS, Fetales Alkoholsyndrom
- Das Vollbild: Wachstumsstörungen, typische Gesichtsmerkmale und Schäden am Gehirn. Etwa 41 von 10.000 Neugeborenen.
- pFAS, partielles FAS
- Einzelne Gesichtsmerkmale und deutliche Schäden am Gehirn, oft ohne Wachstumsstörung.
- ARND
- Alkoholbedingte entwicklungsneurologische Störung. Äußerlich unauffällig, aber Lernen, Gedächtnis und Verhalten sind beeinträchtigt.
- ARBD
- Alkoholbedingte angeborene Fehlbildungen, zum Beispiel an Herz, Nieren, Augen oder Skelett.
Woran man es erkennen kann
- Wachstum: Kleiner, leichter oder mit kleinerem Kopfumfang als Gleichaltrige, schon bei der Geburt oder später.
- Gesicht: Kurze Lidspalten, eine schmale Oberlippe und eine kaum ausgeprägte Rinne zwischen Nase und Mund. Diese Merkmale zeigt nur ein Teil der Kinder.
- Gehirn: Probleme mit Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Rechnen und Impulskontrolle. Planen, Ursache und Wirkung verstehen und aus Fehlern lernen fällt schwer.
- Verhalten: Leicht reizüberflutet, distanzlos, leicht beeinflussbar. Viele Kinder wirken klüger, als sie im Alltag zurechtkommen.
Was es fürs Leben bedeutet
- Eine unsichtbare Behinderung: Die meisten Betroffenen sehen unauffällig aus. FASD wird oft für ADHS, Bindungsstörung oder schlechte Erziehung gehalten.
- Lebenslang: Die Schädigung des Gehirns wächst sich nicht aus und ist nicht heilbar. Viele Erwachsene brauchen weiter Unterstützung.
- Folgeprobleme: Ohne passende Hilfe drohen Schulversagen, psychische Erkrankungen, eigene Sucht und Probleme mit dem Gesetz.
- Früh erkennen hilft: Laut Leitlinie lassen sich Alltag und Fähigkeiten durch frühe, individuelle Förderung deutlich verbessern. Die Diagnose stellen meist Sozialpädiatrische Zentren. Die Überweisung kommt von der Kinderarztpraxis.
Im Alltag mit Kindern mit FASD
- „Kann nicht“ statt „will nicht“: Wenn etwas zum zehnten Mal nicht klappt, ist das meist keine Absicht, sondern die Schädigung. Das entlastet Kind und Erwachsene.
- Das externe Gehirn: Erwachsene übernehmen, was das Gehirn des Kindes nicht leisten kann: erinnern, planen, Gefahren einschätzen.
- Feste Abläufe: Gleiche Rituale jeden Tag und Wechsel früh ankündigen. Kinder mit FASD brauchen sehr viele Wiederholungen.
- Kurz und gleich sprechen: Erst Name und Blickkontakt, dann ein Satz mit höchstens sechs Wörtern. Immer dieselben Worte, keine Ironie.
- Bilder statt Worte: Bildkarten für Abläufe wie Händewaschen oder Anziehen, direkt dort, wo sie gebraucht werden.
- Wenig Reize: Ruhige Farben, aufgeräumte Wände, wenig Lärm, ein Rückzugsort.
- Sofort und genau loben: Direkt sagen, was gut war. Gelerntes in jeder neuen Situation wieder üben, weil es sich nicht von selbst überträgt.
Schwanger oder Kinderwunsch
- Keine sichere Menge: Auch kleine Mengen und einzelne Gelegenheiten können schaden, in jeder Phase der Schwangerschaft. Deshalb gilt: gar kein Alkohol.
- Schon beim Kinderwunsch: Viele Schwangerschaften bemerkt man erst nach Wochen. Wer schwanger werden möchte, lässt den Alkohol am besten schon vorher weg.
- Getrunken, bevor du es wusstest? Keine Panik. Hör jetzt auf und sprich mit deiner Frauenärztin oder Hebamme. Jeder Tag ohne Alkohol schützt dein Kind.
- Stillzeit: Alkohol geht in die Muttermilch über. Gestillte Babys trinken danach weniger und schlafen unruhiger. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, in der Stillzeit auf Alkohol zu verzichten.
- Partner und Umfeld: Mitverzichten macht es leichter.
- FASD Deutschland e.V.
- fasd-deutschland.de
Selbsthilfeverein seit 2002. Beratung für Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien und Fachkräfte, Online-Gesprächskreise, Fachtagungen und eine Liste von Diagnostikzentren. - Deutsches FASD Kompetenzzentrum Bayern
- Am iSPZ Hauner des LMU Klinikums München. Anlaufstelle für Familien und Fachkräfte mit Fragen zu FASD, zu Alkohol in der Schwangerschaft und zu Hilfe in Krisen.
- Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)
- Hier wird FASD bei Kindern meist diagnostiziert. Frag deine Kinderarztpraxis nach einer Überweisung.
Am 9. September ist der internationale Tag des alkoholgeschädigten Kindes: neun Monate ohne Alkohol.
Cannabis
Körper
- Herz und Kreislauf: Herzrasen, Schwindel und Übelkeit sind häufig.
- Reaktion und Koordination: Reaktion und Aufmerksamkeit sind verlangsamt. Im Straßenverkehr gelten eigene THC-Grenzwerte.
- Weitere Wirkungen: Trockener Mund, gerötete Augen und Heißhunger.
- Esswaren: Bei Keksen oder Gummis setzt die Wirkung erst nach längerer Zeit ein. Dadurch nimmt man leicht zu viel.
Psyche
- Angst und Panik: Statt Entspannung kann es Angst, Panik und Orientierungslosigkeit geben.
- Konzentration und Gedächtnis: Man kann sich schlechter konzentrieren und Neues schlechter merken, auch Erinnerungslücken kommen vor.
- Verzerrte Wahrnehmung: Bei hohen Dosen sind Verfolgungsgefühle und Halluzinationen möglich.
Körper
- Atemwege: Rauchen kann zu chronischer Bronchitis führen und das Risiko für eine COPD erhöhen. Mit Tabak gemischt schadet es der Lunge ähnlich wie langjähriges Rauchen. Ein Zusammenhang mit Lungenkrebs wird vermutet.
- Herz und Gefäße: In einer US-Befragung von rund 430.000 Erwachsenen hatten Menschen mit täglichem Konsum 25 Prozent höhere Chancen für einen Herzinfarkt und 42 Prozent für einen Schlaganfall. Die Angaben beruhen auf Selbstauskunft und müssen noch bestätigt werden.
- Übelkeit und Erbrechen: Nach jahrelangem starkem Konsum kann das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom auftreten, mit immer wiederkehrendem Erbrechen.
Psyche
- Abhängigkeit: Je nach Studie werden etwa 9 bis 12 Prozent der Konsumierenden abhängig. Bei Beginn im Jugendalter sind es rund 17 Prozent, bei täglichem Konsum 25 bis 50 Prozent.
- Psychosen: In einer europäischen Studie mit 901 Erkrankten hatten Menschen, die täglich starkes Cannabis mit über 10 Prozent THC konsumierten, viermal so hohe Chancen für eine Psychose wie Menschen, die nie konsumiert hatten. Besonders gefährdet ist, wer früh anfängt oder eine Veranlagung hat.
- Angst und Depression: Je häufiger und intensiver der Konsum, desto eher treten Angststörungen, Depressionen oder bipolare Störungen auf.
- Lernen und Antrieb: Vor allem bei jungen Menschen, deren Gehirn noch reift, können Konzentration, Lernleistung und Motivation nachlassen. In einer Studie mit 800 Jugendlichen war die Hirnrinde bei Konsumierenden dünner, besonders im Bereich für Entscheidungen und Impulskontrolle.
Was sich erholen kann, wenn du aufhörst
- Gedächtnis: In einer Studie mit jungen Menschen verbesserte sich die Merkfähigkeit vor allem schon in der ersten Woche ohne Cannabis.
- Atemwege: Husten und Auswurf lassen bei vielen nach, wenn sie nicht mehr rauchen.
- Schlaf und Stimmung: Nach den ersten Wochen werden Schlaf und Stimmung meist stabiler.
Quellen
- WHO: Todesfälle durch Alkohol und Drogen (2024)
- WHO: Keine Menge Alkohol ist sicher für die Gesundheit
- PTAheute: Alkohol und Vorhofflimmern (Studie des UKE)
- Sci.News: Alkoholkonsumstörungen und Demenz (Studie aus Frankreich)
- Caritas: Langzeitfolgen von Alkohol
- AWMF: S3-Leitlinie FASD bei Kindern und Jugendlichen (2025)
- FASD Deutschland: Förderung und Chancen im erzieherischen Alltag
- BfR: Alkohol in Schwangerschaft und Stillzeit
- LMU Klinikum: Deutsches FASD Kompetenzzentrum Bayern
- Techniker Krankenkasse: Wirkung und Gefahren von Cannabis
- DAK: Folgen von Cannabiskonsum
- Pharmaceutical Journal: Starkes Cannabis und Psychosen (EU-GEI-Studie)
- ScienceDaily: Cannabis, Herzinfarkt und Schlaganfall (2024)
Schwerpunkt
Frauen und Alkohol
Alkohol wirkt im Körper einer Frau anders als in dem eines Mannes. Trotzdem bleibt Sucht bei Frauen oft unsichtbar: Viele trinken heimlich, schämen sich besonders stark und holen sich spät Hilfe. Dieser Teil ist für dich, wenn du dich darin wiederfindest.
Ich weiß, dass ich damit nicht allein bin, gerade als Frau mit einer Alkoholsucht.
Warum Alkohol Frauen stärker trifft
- Weniger Wasser im Körper: Frauen haben im Schnitt weniger Körperwasser und mehr Fett. Die gleiche Menge Alkohol führt deshalb zu einem höheren Promillewert.
- Langsamerer Abbau: Frauen haben weniger von dem Enzym, das Alkohol abbaut. Er bleibt länger im Körper.
- Schneller abhängig: Bei Frauen verläuft der Weg vom problematischen Trinken in die Abhängigkeit oft kürzer. Fachleute nennen das den Teleskopeffekt.
- Folgeschäden früher: Leber, Herz und Gehirn werden oft schneller geschädigt, auch bei gleicher Trinkmenge.
- Brustkrebs: Alkohol erhöht den Östrogenspiegel und damit das Brustkrebsrisiko. Schon ein Glas am Tag erhöht es messbar.
Hormone und Lebensphasen
- Schwangerschaft: Es gibt keine sichere Menge. Mehr dazu im Schwerpunkt FASD.
- Stillzeit: Alkohol geht in die Muttermilch über. Empfohlen wird, ganz darauf zu verzichten.
- Wechseljahre: Alkohol kann Hitzewallungen verstärken und stört den Schlaf, der in dieser Zeit oft ohnehin unruhig ist. Starkes Trinken schwächt außerdem die Knochen, und das Risiko für Osteoporose steigt nach den Wechseljahren sowieso.
- Stimmung: Alkohol kann depressive Verstimmungen und Ängste verstärken, die viele Frauen ohnehin stärker betreffen.
Die „Wine-Mom“-Kultur
- Wein als Belohnung: In sozialen Medien gilt das Glas Wein nach dem Kinder-ins-Bett-Bringen als Me-Time und Self-Care. Werbung und Influencerinnen verdienen daran.
- Mental Load: Frauen leisten in Deutschland 44 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer, etwa 79 Minuten mehr am Tag. Der Wein soll die Erschöpfung wegspülen.
- Der Teufelskreis: Alkohol verschlechtert den Schlaf. Am nächsten Tag ist alles noch anstrengender, und abends scheint das Glas noch nötiger.
- Echte Selbstfürsorge: Schlaf, Pausen, Unterstützung einfordern und Aufgaben abgeben. Das hilft mehr als jedes Glas.
Heimlich, beschämt, spät
- Heimliches Trinken: Frauen verbergen ihr Trinken häufiger, wegen der Erwartungen an sie als Partnerin und Mutter. Deshalb wird die Sucht oft spät erkannt.
- Stärkere Scham: Trinkende Frauen, vor allem Mütter, werden stärker verurteilt als Männer. Viele haben Angst um ihre Kinder und suchen deshalb spät oder gar keine Hilfe.
- Du bist keine schlechte Mutter, weil du Hilfe suchst: Hilfe zu holen ist verantwortungsvoll. Suchtberatungen stehen unter Schweigepflicht.
- Hilfe speziell für Frauen: In vielen Städten gibt es Suchtberatung und Gruppen nur für Frauen. Frag im Suchthilfeverzeichnis oder in deiner Beratungsstelle danach.
Was dir als Frau helfen kann
- Andere Frauen: Zu sehen, dass andere es auch geschafft haben, hilft enorm. Zum Beispiel bei Women Who Choose oder in einer Frauengruppe.
- Neue Abendrituale: Ein besonderes Getränk im schönen Glas, ein Bad, ein Buch, ein Spaziergang. Der Abend braucht ein neues Ende.
- Bücher von Frauen: Viele Frauen haben ihren Weg aufgeschrieben. Lesetipps findest du weiter unten unter Lesen und Hören.
- Ehrlich sein dürfen: Mit einer Person, der du vertraust, oder anonym in einer Online-Beratung.
Quellen
- aponet: Warum Alkohol für Frauen gefährlicher ist
- Utopia/dpa: Teleskopeffekt, Interview mit Prof. Falk Kiefer (2025)
- my way betty ford: Alkoholismus bei Frauen (Zahlen aus dem Epidemiologischen Suchtsurvey)
- DocCheck: Brustkrebs, kein Schwellenwert bei Alkohol
- Volksstimme: #WineMom, wenn Mütter ihren Stress im Alkohol ertränken (2025)
- PTAheute: Wechseljahre und Lebensstil
Lesen und Hören
Nicht alle holen sich Hilfe in einer Beratung oder Gruppe, oft aus Scham. Viele finden ihren Weg trotzdem, mit festem Willen, einem klaren Ziel und Büchern oder Podcasts, die zeigen: Du bist nicht allein, und es gibt einen Weg heraus. Diese Auswahl kann dich dabei begleiten.
Bücher
Persönliche Empfehlung
Buch · Deutsch
Wege aus der Abhängigkeit. Belastende Beziehungen überwinden
Heinz-Peter Röhr · Patmos, Neuausgabe 2015
Der Psychotherapeut mit Schwerpunkt Suchtbehandlung erklärt, wie emotionale Abhängigkeit entsteht: aus Angst vor Zurückweisung stellt man die eigenen Bedürfnisse zurück und kommt aus belastenden Beziehungen nicht heraus. Anhand des Grimm-Märchens „Die Gänsemagd“ führt er durch die eigene Geschichte hin zu mehr Selbstbestimmung.
Gut, wenn du spürst, dass hinter deinem Konsum auch Abhängigkeit von Menschen, Anerkennung oder Beziehungen steckt.
Mehr zum AutorPersönliche Empfehlung
Buch · Deutsch
Sucht. Hintergründe und Heilung
Heinz-Peter Röhr · Abhängigkeit verstehen und überwinden · 2008
Warum werden Menschen süchtig, und welche Aufgabe übernimmt das Suchtmittel? Röhr betrachtet Sucht nach Alkohol, Medikamenten, Cannabis, Arbeit, Essen oder Sex als existenzielle Krise und zeigt Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit und Suchtverhalten. Seine Botschaft: Wer die Ursachen versteht, schützt sich besser vor Rückfällen.
Gut, wenn du verstehen willst, welche Lücke das Suchtmittel bei dir gefüllt hat und warum die Sucht entstanden ist.
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Ohne Alkohol: Die beste Entscheidung meines Lebens
Nathalie Stüben · 2021
Die Journalistin erzählt, wie sie ihre Alkoholsucht überwunden hat, und erklärt, wie psychische Abhängigkeit funktioniert. Sie zeigt, dass viele Betroffene nach außen alles im Griff haben und innerlich kämpfen.
Gut, wenn du dich in einer ehrlichen Geschichte wiedererkennen und verstehen willst, was in dir passiert.
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Frauen und Alkohol
Nathalie Stüben mit dem Suchtmediziner Prof. Dr. Falk Kiefer · 2024
Wie Frauen trinken, warum sie trinken und was sie gewinnen, wenn sie aufhören. Persönliche Erfahrung trifft auf suchtmedizinisches Wissen.
Gut, wenn du verstehen willst, welche Rolle Alkohol speziell im Leben von Frauen spielt.
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Nüchtern. Über das Trinken und das Glück
Daniel Schreiber · Hanser Berlin, 2014
Ein kluger, persönlicher Essay über die eigene Sucht und darüber, wie eine Gesellschaft das Trinken feiert und Abhängigkeit zugleich verschweigt. Besonders stark beim Thema Selbsttäuschung.
Gut, wenn du gern nachdenklich liest und die Scham hinter dem Trinken verstehen willst.
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Trinkerbelle. Mein Leben im Rausch
Mimi Fiedler · 2023
Die Schauspielerin erzählt von dreißig Jahren Alkoholabhängigkeit, die nach außen kaum jemand bemerkt hat, und von ihrem Weg in die Nüchternheit.
Gut, wenn du eine offene, mitreißende Lebensgeschichte suchst, die Mut macht.
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Warum ich keinen Alkohol mehr trinke
Bas Kast · C. Bertelsmann, 2024
Der Wissenschaftsjournalist fasst aktuelle Studien zusammen: Was Alkohol im Körper anrichtet und warum schon kleine Mengen schaden. Eine Entscheidungshilfe, sachlich und gut lesbar.
Gut, wenn dich Zahlen und Forschung mehr überzeugen als persönliche Geschichten.
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Endlich ohne Alkohol!
Allen Carr · deutsch seit 2000
Der Klassiker vom Autor von „Endlich Nichtraucher“. Carr nimmt die vermeintlichen Vorteile des Alkohols auseinander, damit der Verzicht sich nicht mehr wie ein Verlust anfühlt.
Gut, wenn du mit einem klaren Denkansatz arbeiten willst, der Schritt für Schritt umdenkt.
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This Naked Mind
Annie Grace
Die frühere Managerin erklärt, wie unbewusste Überzeugungen über Alkohol entstehen, und löst sie Stück für Stück auf. Sehr freundlich im Ton, ohne Druck.
Gut, wenn du gut Englisch liest und dein Verhältnis zum Alkohol ohne Schuldgefühle hinterfragen willst.
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The Unexpected Joy of Being Sober
Catherine Gray · 2017
Eine warme, oft witzige Geschichte darüber, wie das Leben nüchtern nicht ärmer, sondern reicher wird, mit vielen Erkenntnissen aus der Forschung.
Gut, wenn du gut Englisch liest und Lust auf ein Buch hast, das Nüchternheit als Gewinn zeigt.
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The Easy Way to Quit Cannabis
Allen Carr's Easyway · Regain your drive, health and happiness
Die bekannte Easyway-Methode, angewendet auf Cannabis. Das Buch nimmt die vermeintlichen Vorteile des Kiffens auseinander, damit sich Aufhören nicht wie Verzicht anfühlt.
Gut, wenn du gut Englisch liest und mit einem klaren Denkansatz arbeiten willst.
Mehr zum BuchFür Cannabis gibt es bisher weniger geprüfte deutschsprachige Bücher und Podcasts. Eine gute Begleitung ist das kostenlose Online-Programm Quit the Shit, mehr dazu unter Hilfe.
Podcasts
Podcast · Deutsch
Ohne Alkohol mit Nathalie
Nathalie Stüben · läuft weiterhin
Einer der bekanntesten deutschsprachigen Podcasts zum Thema. Folgen über Verlangen, Rückfälle, Scham, Feiern ohne Alkohol und Gespräche mit Fachleuten.
Gut, wenn du regelmäßig Zuspruch und Wissen auf die Ohren möchtest.
Zum PodcastPodcast · Deutsch
Nüchtern betrachtet. Der Nie-wieder-Alkohol-Podcast
Dennis von nie-wieder-alkohol.de · wöchentlich, über 200 Folgen
Ein Mann, der selbst seit Jahren nüchtern ist, teilt seine Erfahrungen. Kurze Folgen zu Fragen, die viele kennen, etwa warum man trotz allen Wissens nicht aufhört.
Gut, wenn du kurze, ehrliche Impulse für zwischendurch suchst.
Zum PodcastPodcast · Deutsch
Nüchtern ist das neue Wild
Miriam
Ein persönliches Podcast-Tagebuch über den Weg raus aus dem Rausch: Aufhören, Zweifel, kleine Siege, inzwischen über drei Jahre nüchtern.
Gut, wenn du jemanden ganz nah auf seinem Weg begleiten möchtest.
Zum PodcastPodcast · Englisch
Sober Powered
Gillian Tietz
Eine Biochemikerin erklärt, was beim Trinken und Aufhören im Gehirn passiert: Verlangen, Schlaf, Angst, Erholung. Verständlich und sehr fundiert.
Gut, wenn du gut Englisch verstehst und wissen willst, warum dein Körper so reagiert.
Zum PodcastPodcast · Englisch
This Naked Mind Podcast
Annie Grace
Gespräche, Erfahrungsberichte und Strategien für ein Leben ohne Alkohol, passend zum gleichnamigen Buch.
Gut, wenn dir das Buch gefallen hat und du tiefer einsteigen möchtest.
Zum PodcastBücher und Podcasts können viel bewirken. Wer lange täglich viel getrunken hat, sollte den körperlichen Entzug trotzdem ärztlich begleiten lassen, auch wenn der restliche Weg allein gelingt. Die Auswahl ist unabhängig, die Links führen zu Infoseiten, nicht zu Shops.
Soberpedia
Die wichtigsten Begriffe rund um Alkohol, Abhängigkeit und den Weg heraus, von A bis Z. Tippe auf einen Verweis, um zum passenden Begriff zu springen.
Bei Krampfanfall, Verwirrtheit, Halluzinationen oder Bewusstlosigkeit sofort den Notruf 112 wählen. Die Soberpedia erklärt Begriffe und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- S3-Leitlinie alkoholbezogene Störungen (AWMF, verlängert 2025)
- Kurzfassung der S3-Leitlinie (DGPPN)
- Pharmazeutische Zeitung: Medikamente bei Alkoholabhängigkeit
- DocCheck Flexikon: Alkoholentzugssyndrom
- betanet: Entwöhnungsbehandlung
- Deutsche Rentenversicherung: Reha bei Alkoholabhängigkeit (2026)
- socialnet Lexikon: Alkoholkonsumstörung
- Utopia über die DHS-Empfehlung zum Umgang mit Alkohol
- Land Baden-Württemberg: DigiSucht wird weiterbetrieben
Über mich
Hallo, ich bin Jenny.
Ich bin 46, Erzieherin und Mutter von zwei Töchtern. Und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nicht mehr ohne kann und sich dafür schämt.
Wie alles anfing
Mit Alkohol in Berührung gekommen bin ich mit etwa 15 oder 16, so genau weiß ich das heute nicht mehr. Geschmeckt hat er mir nie. Mir ging es von Anfang an um die Wirkung.
Am Anfang war es lustig. Alkohol hat mir Selbstbewusstsein gegeben. Auf Partys konnte ich aus mir herausgehen und auf Menschen zugehen. Das fiel mir sonst schwer, denn ich war schon immer eher introvertiert, und das bin ich bis heute.
Mit der Zeit, langsam und schleichend, hat sich das verändert. Ich habe nicht mehr getrunken, um locker zu werden, sondern um Gefühle und Gedanken auszuschalten, mit denen ich mich nicht auseinandersetzen konnte und wollte. Dahinter standen auch Traumata aus meiner Kindheit und Jugend und Erfahrungen von Missbrauch. So ging es viele Jahre, bis zu einem Muttertag, der alles verändert hat.
Der Brief
Zum Muttertag 2024 hat mir meine damals 14-jährige Tochter einen Brief geschrieben. Darin hat sie mir schonungslos ihre Sicht auf mich und mein Trinken vor Augen geführt. Das hat mich mitten ins Herz getroffen. Noch am selben Abend habe ich den restlichen Alkohol weggeschüttet. Seitdem habe ich keinen Tropfen mehr angerührt.
Viel länger hätte ich ohnehin nicht „durchgehalten“. Ich wusste genau, wie schädlich mein Konsum war, und ich hatte auch Suizidgedanken. Mit meiner Entscheidung gehadert habe ich nicht oft. Aber wenn doch, habe ich den Brief wieder gelesen, und das Verlangen war weg.
Ich war psychisch abhängig. Körperlich hat mir mein Konsum sehr wahrscheinlich immens geschadet. Aber ich musste zum Beispiel nie schon früh am Morgen trinken, um körperliche Entzugserscheinungen in den Griff zu bekommen. Was der Unterschied zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit ist, findest du unter Psychologie.
Seit dem 24. September 2026 bin ich auch frei von Cannabis, das mich seit meinem 16. Lebensjahr begleitet hat. Es hat mich nicht fast zerstört, und ich verteufle es auch nicht. Alkohol und Cannabis sind zwei grundverschiedene Substanzen.
Ungefiltert echt
Mein Leben ohne Alkohol ist ungefiltert echt. Das ist nicht immer angenehm. Aber weil ich mich intensiv mit mir auseinandersetzen musste, habe ich mich neu kennengelernt. Ich kann Gefühle zulassen und aushalten.
Es klingt vielleicht merkwürdig, aber ich habe viel mit mir selbst gesprochen. Ich habe Situationen und Erlebnisse immer wieder durchgespielt, reflektiert und so verarbeitet. Und ich habe viel gelesen. Die Bücher, die mir geholfen haben, findest du unter Psychologie.
Heute bin ich mit mir zufrieden. Ich habe einen sehr kleinen, aber stabilen Freundeskreis und bin mir auch selbst genug. Ich weiß, was ich geschafft habe, und das macht mich stolz. Bestätigung von anderen brauche ich dafür nicht mehr.
Warum es diese Seite gibt
Ich habe mich auch um eine Therapie bemüht, das aber schnell wieder aufgegeben. Wer kein Akutfall ist, wartet unverhältnismäßig lange auf einen Platz. Da versagt unser System leider auf ganzer Linie.
Auch deshalb gibt es diese Seite. Sie soll ein Safe Space sein für Menschen, die Hilfe brauchen und suchen, das aber lieber ein bisschen inkognito tun möchten. Oder die sich, so wie ich, schämen, dass sie in diese Situation geraten sind. Du musst dich hier nicht anmelden, und niemand sieht, was du einträgst. Alles bleibt auf deinem Gerät.
Choose yourself
Choose yourself bedeutet für mich genau das, was es sagt. Ich habe mich für mich entschieden und mein Leben über alles andere gestellt, denn ich wollte nicht zulassen, dass ein Gift es mir nimmt. Nur wenn ich mit mir im Reinen bin, kann ich für andere da sein. In erster Linie für meine Töchter, die lange genug unter meiner Sucht gelitten haben.
Women Who Choose
Meine Accounts bei Instagram und TikTok gingen anfangs eher in Richtung Women Empowerment. Damit konnte ich mich aber schon nach kurzer Zeit nicht mehr identifizieren. Das war einfach nicht meine Welt.
Dann kam mir der Gedanke, meine eigene Geschichte zu erzählen. Ich weiß, dass ich damit nicht allein bin, gerade als Frau mit einer Alkoholsucht. Der erste Post fiel mir sehr schwer. Heute stehe ich zu hundert Prozent dahinter, auch wenn ich faceless unterwegs bin. Vielleicht bin ich ja irgendwann so weit, den letzten Schritt zu gehen und mein Gesicht zu zeigen.
Du findest mich bei @women_who_choose auf Instagram und @womenwhochoose8 auf TikTok.
Schön, dass du hier bist.
JennyThe Sober Side of Life · Women Who Choose
Kontakt · Impressum · Datenschutz
Ich habe allein und von heute auf morgen aufgehört. Nach langem, starkem Trinken kann ein plötzlicher Entzug aber lebensgefährlich sein. Bitte lass dich ärztlich begleiten, mehr dazu unter Hilfe.
Wenn du gerade selbst an Suizid denkst: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos für dich da, unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. In akuter Gefahr ruf die 112.
Wenn du selbst Missbrauch oder Gewalt erlebt hast: Das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch erreichst du kostenlos und anonym unter 0800 22 55 530.
Hilfe
Du machst dir Sorgen um jemanden? Zur Hilfe für Angehörige
Wenn beim Aufhören Krampfanfälle, Verwirrtheit, Halluzinationen, starkes Zittern oder Fieber auftreten, ruf sofort den Notruf 112.
Bei Panik, starker Angst, Verwirrtheit, Verfolgungsgefühlen oder Stimmenhören: Notruf 112. Wenn es nicht lebensbedrohlich ist, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Bei regelmäßigem, starkem Trinken solltest du den Entzug ärztlich begleiten lassen. Eine Suchtberatung hilft dir, das zu planen. Die Beratung ist meist kostenlos und vertraulich.
Ein Cannabis-Entzug ist meist ohne Klinik möglich. Eine Suchtberatung hilft dir trotzdem, einen Plan zu machen, kostenlos und vertraulich.
- Sucht & Drogen Hotline
- 01806 313031
Rund um die Uhr erreichbar. Die Kosten hängen von deinem Anbieter ab. - Telefonseelsorge
- 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Kostenlos, rund um die Uhr. Auch wenn es dir schlecht geht und du reden willst. - Beratungsstelle in deiner Nähe finden
- suchthilfeverzeichnis.de
Das Verzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. - Quit the Shit
- Kostenloses, anonymes Online-Programm des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zum Aufhören oder Reduzieren, mit Konsumtagebuch und Chat-Beratung. Zu finden über drugcom.de.
- DigiSucht
- suchtberatung.digital
Bundesweite Online-Suchtberatung, kostenlos und anonym, auch für Angehörige. - Anonyme Alkoholiker
- anonyme-alkoholiker.de
Selbsthilfegruppen, auch online. - FASD Deutschland e.V.
- fasd-deutschland.de
Beratung und Selbsthilfe rund um Kinder, die in der Schwangerschaft durch Alkohol geschädigt wurden, für Familien und Fachkräfte. - Kreuzbund
- kreuzbund.de
Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige. - Deine Hausärztin oder dein Hausarzt
- Sie begleiten dich beim Entzug, prüfen deine Blutwerte und überweisen dich bei Bedarf in eine Entgiftung oder Therapie.
Wer hinter dieser Seite steht, erfährst du unter Über mich. Mehr Gedanken, Mut und Austausch findest du bei Women Who Choose: @women_who_choose auf Instagram und @womenwhochoose8 auf TikTok.
The Sober Side of Life ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Rufnummern und Zeiten können sich ändern.
Für Angehörige
Sucht betrifft nie nur einen Menschen. Wenn jemand, den du liebst, trinkt oder kifft, leidest du mit. Du hast die Sucht nicht verursacht, du kannst sie nicht kontrollieren und nicht heilen. Aber du kannst gut für dich sorgen, und das macht es oft auch für den anderen leichter.
Woran du merkst, dass es dich auffrisst
- Du fängst alles auf: Du entschuldigst, deckst, lügst für den anderen und übernimmst seine Aufgaben.
- Du kontrollierst: Flaschen zählen, Taschen durchsuchen, Stimmung lesen. Dein Alltag dreht sich um den Konsum.
- Hoffnung und Enttäuschung: Auf jedes Versprechen folgt der nächste Rückschlag, und du strengst dich noch mehr an.
- Du verschwindest: Eigene Bedürfnisse, Freundschaften und Schlaf kommen zu kurz. Scham und Erschöpfung wirken irgendwann normal.
Was eher nicht hilft
- Reden, wenn jemand betrunken oder high ist: Dann eskaliert es meist, und am nächsten Tag ist es vergessen.
- Leere Drohungen: Konsequenzen, die du nicht umsetzt, verlieren schnell ihre Wirkung.
- Wegschütten und Verstecken: Das macht dich zur Aufpasserin und ändert am Verlangen nichts.
- Alles allein tragen: Schweigen schützt die Sucht, nicht die Familie.
Was hilft
- Ruhige Momente nutzen: Sprich, wenn ihr beide nüchtern seid. Sag, was du beobachtest und was es mit dir macht: „Ich habe Angst, wenn …“ statt „Du bist …“.
- Folgen nicht mehr auffangen: Keine Ausreden mehr bei der Arbeit oder in der Familie. Wer die Folgen spürt, findet eher den Weg zur Hilfe.
- Klare Grenzen: Sag, was du nicht mehr mitmachst, und bleib dabei.
- Das Nüchterne stärken: Zeig, dass du gemeinsame Zeit ohne Alkohol oder Cannabis genießt, und unternehmt mehr davon.
- Hilfe für dich selbst: Eine Suchtberatung berät auch dich, kostenlos und vertraulich, selbst wenn der andere nicht will. Frag dort nach CRAFT oder einer Angehörigengruppe.
Wenn Kinder mit im Haus sind
- Kinder spüren alles: Auch wenn niemand darüber redet. Schweigen macht ihnen mehr Angst als ehrliche, altersgerechte Worte.
- Entlasten: „Mama oder Papa ist krank. Du bist nicht schuld, und du musst das nicht lösen.“
- Verlässliche Erwachsene: Großeltern, Patinnen, Erzieherinnen oder Lehrer, die da sind und zuhören, gehören zu den wichtigsten Schutzfaktoren.
- Kind sein dürfen: Kinder sollten nicht die Eltern trösten, versorgen oder den Haushalt tragen müssen.
- Für Kinder selbst: Die Nummer gegen Kummer ist unter 116 111 kostenlos erreichbar. Die Seite TRAU-DIR von NACOA erklärt Kindern, was Sucht ist.
Wenn dein Kind kifft
- Im Gespräch bleiben: Interessiert nachfragen statt verhören. Nicht dramatisieren und nicht verharmlosen.
- Wissen hilft: Ein junges Gehirn reift bis Mitte zwanzig. Wer früh und viel kifft, hat ein höheres Risiko für Abhängigkeit und Psychosen.
- Regeln für zu Hause: Klar sagen, was in eurem Zuhause gilt, und eigene Grenzen ernst nehmen.
- Unterstützung für Eltern: Elternkreise und Suchtberatungsstellen helfen dir. Für dein Kind gibt es Quit the Shit auf drugcom.de.
Wenn du selbst so aufgewachsen bist
- Es wirkt nach: Viele erwachsene Kinder aus Suchtfamilien kennen Übervorsicht, Harmoniesucht, Schuldgefühle oder das Gefühl, nie genug zu sein.
- Du bist nicht allein: Bei Al-Anon gibt es eigene Gruppen für Menschen, die in einer alkoholkranken Familie aufgewachsen sind. NACOA bietet Online-Beratung an.
- Auf dich achten: Kinder aus Suchtfamilien haben selbst ein höheres Suchtrisiko. Ein bewusster Umgang mit Alkohol und Cannabis schützt dich.
Bei Gewalt oder akuter Gefahr ruf die Polizei unter 110 oder den Notruf 112. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter 116 016 rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym. Deine Sicherheit und die deiner Kinder geht immer vor.
- Al-Anon Familiengruppen
- al-anon.de
Selbsthilfegruppen für Angehörige und Freunde von Menschen mit Alkoholproblemen, auch für Erwachsene, die in einer alkoholkranken Familie aufgewachsen sind. - Nar-Anon
- naranon.de
Selbsthilfegruppen für Angehörige und Freunde von Menschen, die Drogen nehmen. - Elternkreise (BVEK)
- bvek.org
Bundesverband der Elternkreise für Eltern und Angehörige suchtgefährdeter und suchtkranker Söhne und Töchter. - CoDA Deutschland
- coda-deutschland.de
Selbsthilfe bei Co-Abhängigkeit, egal um welche Sucht es geht. - NACOA Deutschland
- nacoa.de
Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien, mit Online-Beratung, der Kinderseite TRAU-DIR und Fortbildungen für Kita-Fachkräfte. - Suchtberatung und DigiSucht
- Beratungsstellen findest du auf suchthilfeverzeichnis.de, online berät suchtberatung.digital. Beides ist auch für Angehörige da.